Wissenschaftliche Trends

Der größte Europäische Implantologiekongress der DGI in Kooperation mit der ÖGI und SGI in Dresden befasste sich mit dem Thema „60 Jahre Osseointegration“. Im Fokus standen insbesondere computergestützte 3-D- navigierte Implantationsmethoden, die eine exakte Übertragung von Computersimulationen mittels Bohrschablonen auf die reale Kiefersituation zulassen. Der Vorteil liegt darin, dass oft auf das Öffnen des Zahnfleisches verzichtet werden kann. Das ist nicht nur schmerzärmer, sondern erhält auch die aus dem Bindegewebe hervorgehende Blutversorgung des Kieferknochens. Die Präzision der vorher bestimmten Implantatsituation wurde mit Werten zwischen 0,1 und 0,9 mm nachuntersucht. Diese excellenten Werte decken sich mit meinen subjektiven Erfahrungen (Siehe SICAT).

Bemerkenswert war auch der Vortrag von Prof. Kohal aus Freiburg, der die Marktreife von Zirkonoxydkeramikimplantaten untersucht hat. Sein Resümee: Keines der von ihm untersuchten Keramikimplantatsystemen sei derzeit als marktreif einzustufen. Das steht im krassen Gegensatz zur Werbung und zu den excellenten Ergebnissen mit Titanimplantaten.

Ebenfalls sehr interessant und für Insider überraschend waren Studien, die sich mit der 10-Jahres- Prognose von extrem kurzen Implantaten beschäftigten. Ergebnis: Es gibt kaum einen Unterschied zwischen langen und kurzen Implantaten, speziell die Hebelwirkung scheint, anders als beim natürlichen Zahn, kaum Auswirkungen zu haben.